So wirst Du zum PDF-Profi: Teil 2 – Der sichere Weg zur perfekten Druck-PDF

PDF – aber richtig. Heute erklären wir die richtigen Wege zur perfekten Druck-PDF: Aus InDesign und über den Distiller. Zur perfekten PDF gehören allerdings zunächst auch die richtigen Farbeinstellungen:

Color Management Einstellungen in den Adobe Applikationen

Über die einzelnen Farbeinstellungen in Adobe Photoshop wird und wurde sehr viel diskutiert.

Die von uns dargestellten Einstellungen, zeigen eine Farbeinstellung für den Ausgabeprozess nach ISOcoatedv2_300 (FOGRA39) und haben sich in der Praxis bewährt.

Über die Adobe Bridge wird vor Beginn der Arbeit meine Farbeinstellung für alle Adobe Applikationen synchronisiert.

Synchronisation der Farbeinstellung in der Adobe Bridge

Die Farbeinstellung »T.HE EFI_CF_PPS_ISOcoatedv2_300.csf« erklärt

Um eine Farbeinstellung nach der Grundlage von »T.HE EFI_CF_PPS_ISOcoatedv2_300.csf » für weitere Ausgabeprozesse zu verändern und abzuspeichern, können Sie unten eine genaue Erklärung finden.

Die Farbeinstellung »T.HE EFI_CFPPS_ISOcoatedv2_300« Arbeitsfarbräume sind die Farbräume, in denen Adobe Applikationen Daten ohne ICC-Profil anzeigen.

  • Farbmanagement-Richtlinien legen fest wie Daten mit und ohne ICC-Profil standardmäßig geöffnet werden sollen.
  • Profilabweichung »Beim Öffnen wählen« meint, das ich beim Öffnen der Daten, die nicht meinem Arbeitsfarbraum entsprechen eine Auswahl treffen muss (Standard wäre in unserer Einstellung »Eingebettete Profile beibehalten).
  • Konvertierungsoptionen »Modul« zeigt an, mit welchem Modul die Farbwerte untereinander verrechnet werden. Die »Adobe ACE« ist ein Bestandteil Ihrer Adobe Creative Cloud und auf Windows und Mac gleichermaßen anzutreffen.
  • Konvertierungsoptionen »Priorität« legt die Umrechnungsmethode (Rendering Intent) fest. Die Erklärung zur »Tiefenkompensierung verwenden«, entnehmen Sie bitte dem Abschnitt 3. Begrifflichkeiten über die wir immer wieder »stolpern«.

Synchronisierte Farbeinstellung in Adobe InDesign CC

Der sichere Weg zur PDF/X-1a und PDF/X-4 Datei

Für die Druckindustrie haben sich zwei Wege (es gibt drei) zur Erzeugung durchgesetzt. Zum einen der »klassische« Weg über eine PostScript Datei und dem Distiller und zum Anderen der PDF Export (Adobe PDF Library).

In den folgenden Abbildungen und Erklärungen, finden Sie den sicheren Erzeugungsweg zur Ihrer PDF/X Datei. In den folgenden Abbildungen erzeugen wir eine PDF/X-1a Datei über den PDF-Export von Adobe InDesign.

Der PDF Export in Adobe InDesign

Allgemein

PDF/X-1a Export in Adobe InDesign

Der Reiter Allgemein unterscheidet sich zwischen PDF/X-1a und PDF/X-4 nur in der Einstellung unter »Standard«.

Die aktivierte Option »Für schnelle Webansicht optimieren« ist eine Funktionaltät, um PDF Dateien im Browser schneller anzeigen zu lassen (Byteserving-Verfahren). Es werden alle redundanten Informationen entfernt.

Redundante Informationen sind Objekte innerhalb der PDF Datei, die auf einer oder mehreren Seiten vorkommen. In der Druckvorstufe machen wir uns diese Funktion zu Nutze, da so kleinere PDF Dateien erzeugt werden können. Übertragungszeiten zum Server, Drucker oder Belichter verkürzen sich spürbar.

Komprimierung

Wenn die Dateigröße keine Rolle spielt, sollte auf eine Neuberechnung verzichtet werden.

Wenn eine Neuberechnung für Graustufen- und Farbbilder gewünscht wird, sollte der Wert »bei Bildern mit mehr als« doppelt so hoch sein wie die gewünschte Auflösung (oberes Zahlenfeld). Es wird also die effektive Bildauflösung verändert.

Was bedeutet »Effektive Bildauflösung«? Unter diesem Begriff versteht man die Bildauflösung, die aus der Anzahl der Bildpunkte und der Fläche resultiert, auf der das Bild platziert wurde.

Beispiel: Ein Bild mit einer tatsächlichen Auflösung von 300 ppi wird in einem Layout platziert und um 50 Prozent verkleinert. In dem Fall ist die effektive Auflösung 600 ppi.

Achtung: Wenn Sie den Wert unter »bei Bildern mit mehr als« nur 1,5 höher oder gar gleich dem ersten Wert setzen, kann es zu einem sehr unschönen Ergebnis kommen.

Ist die effektive Bildauflösung im Layout um ein vielfaches größer als der gewünschte Wert, (z. B. Skalierung um 80 Prozent) springt die Neuberechnung von der genauesten Methode »Bikubisch« (ohne eine Info für den Anwender) auf die »durchschnittliche Neuberechnung« um und rechnet die Pixel unscharf.

Marken und Anschnitt

Wir nutzen den Anschnitt, der im Dokument angelegt wurde

Die BleedBox darf keine zeichnenden Elemente (Farbbalken, Schnittzeichen) beinhalten. Mittels der »Versatzangabe« werden diese Informationen außerhalb der BleedBox positioniert sein. Der Beschnitt wird aus dem im Dokument angelegten Vorgaben abgeleitet. Daher sind nach der Aktivierung der Check box »Anschnitteinstellungen des Dokumentes verwenden«,die Zahlenwerte ausgegraut.

Ausgabe PDF/X-1a

Es findet eine Farbkonvertierung in das Dokumenten CMYK statt

Die Grundvoraussetzung für ein korrektes Color Management ist die Farbsetting Synchronisation über die Adobe Bridge.

Erst wenn dies vollzogen ist, darf ein neues Layout angelegt werden. Beim PDF/X-1a Export werden alle »nicht CMYK Farben« (RGB, Lab) in das »Dokumenten CMYK« konvertiert. Sonderfarben bleiben erhalten; ICC-Profile hingegen nicht.

Ausgabe PDF/X-4 (RGB+CMYK)

Es findet keine Farbkonvertierung statt

Mit dieser Einstellung wird sicher gestellt, das alle Farben aus dem Layout ohne Anpassungen in die PDF/X-4 Datei exportiert werden.

Um in der weiteren Verarbeitung der PDF/X Datei ein korrektes Color Management zu gewährleisten, werden alle »RGB-CMYK Quellprofile mit Tags« eingebettet.

Der Name der »Ausgabebedingung« leitet sich von dem »Dokumenten CMYK« ab. Also der Arbeitsfarbraum in Ihrer synchronisierten Farbeinstellung.

Erweitert

»Abweichende Einstellungen auf Druckbögen ignorieren« sollte aktiviert sein

Die Transparenzreduzierung bedient sich einer Vorgabe, die wir im Vorfeld unter dem InDesign Menü »Bearbeiten/Transparenzreduzierungsvorgaben« angelegt haben.

Die darunter liegende Check box muss aktiviert sein. Ein InDesign Anwender hat die Option, eine andere Reduzierungsvorgabe zur Ansicht zu wählen. Dies ist unter »Fenster/Ausgabe/Reduzierungsvorschau« möglich und dient z. B. zur schnelleren Bildschirmansicht. Vergisst der Anwender danach diese Einstellungen zu prüfen (Standard mäßig ist »Hohe Auflösung« gewählt), wird bei nicht Aktivierung der Check box »Abweichende Einstellungen auf Druckbögen ignorieren«im PDF Export, diese auch zur PDF Erzeugung benutzt

Der Weg PostScript via Adobe Acrobat Distiller

Der »klassische« Weg erfolgte jahrelang über eine PostScript Datei und dem Adobe Acrobat Distiller. Einen Vorteil hatte diese Vorgehensweise. Die PDF Datei, die so erzeugt wurde, nannte man »vorinterprätiertes Datenformat«.

Das eine PDF Datei, die über den Distiller erzeugt wurde im weiteren Prozess Fehler verursachte, ist um ein vielfaches geringer (Voraussetzung sind die Einhaltung von Spielregeln) als bei einer über den Export erstellten Datei. Der Distiller ist ein »Software gestützter PostScript Interpreter«. Das bedeutet, das eine PDF schon einmal bei der Erzeugung über einen PostScript Interpreter gelaufen ist (so wie Ihre Jobs, die ohne der Adobe PDF Print Engine; APPE) gedruckt werden.

Der Druckdialog in Adobe InDesign

Allgemein

Bitte achten Sie auf die Auswahl der Distiller PPD Einrichten

Einrichten

Korrekte Einstellungen für die Menüoption »Einrichten«

In Adobe InDesign kann das »Papierformat« auf »Benutzerdefiniert« eingerichtet werden. Die dadurch resultierende Größe ermittelt InDesign eigenständig in Abhängigkeit von der Auswahl unter »Marken und Anschnitt«.

Die korrekte Seitenposition unter Adobe InDesign heißt »Zentriert« und nicht wie z. B. in QuarkXPress »Mitte Horizontal«.

Marken und Anschnitt

Damit keine Informationen innerhalb der BleedBox zu finden sind, sollten Sie einen »Versatz« eingeben

In der Abb. oben können Sie die korrekten Einstellungen ableiten.

Wichtig wird die Entscheidung sein, ob Sie die Option »Anschnittseinstellungen des Dokumentes verwenden oder nicht. Wenn Sie diese Option aktivieren, ist es dringend erforderlich, dass der InDesign Anwender beim Anlegen eines neuen Dokumentes diesen Wert berücksichtigt.

Ausgabe

Unter dem Menüpunkt »Farbe« wird eine Entscheidung für die Separationsart getroffen

Unter dem Menü »Ausgabe« werden die meisten »PDF Erzeuger« durch die Vielzahl der Möglichkeiten verunsichert. Es gibt vier Composite- und zwei Separationsmodi.

  • »Composite unverändert« meint, das alle Farben so wie sie im Layout angelegt sind, auch in den PostScript Code gelangen. Für diesen Ausgabemodi muss zwingend das Color Management im Ausgabeprozess aktiviert sein. Der Acrobat Distiller ist mit dieser Option in der Lage, vorausgesetzt die benutzten ICC-Profile sind korrekt auf der Arbeitsstation installiert, allen Objekten den richtigen Quellfarbraum zuzuweisen. Diese Ausgabemethode hat sich in jedoch der Praxis zur PDF Erzeugung nicht durchgesetzt.
  • »Composite Grau/RGB/CMYK« wandelt alle Farben in dem hier angegebenen Farbraum um.

Vorsicht! Die Ausgabe »Composite Grau«, ist nur geeignet zur Ausgabe auf einen Drucker, nicht zur Schwarz/Weiß PDF Erzeugung. Sie müssen daran denken, das hier evtl. eine Konvertierung von CMYK nach Grau stattfindet.

Dadurch werden »reine« Schwarztöne (100K) in Graustufen zwischen 80% und 90% gewandelt. Dies wäre zur PDF Erzeugung suboptimal.

  • »Separationen/InRIP-Separationen« bieten eine separierte Ausgabe. Ist die Option »Separationen« gewählt, errechnet InDesign selbst für jeden Farbe den richtigen Auszug und schickt diese zum Drucker/Ausgabegerät. Bei der Option »InRIP-Separation« werden die Farben (composite) zum Ausgabegerät gesendet und die »Steuerinformationen« im PostScript Code beschreiben wie das Ausgabegerät die Separationen vorzunehmen hat. Die InRIP-Separation bietet dem Anwender die Möglichkeit eine »echte« (sichtbare) Überfüllung (Trapping) zu übergeben.

Eine angelegte Überfüllung im Separationsmodi »InRIP-Separationen«

  • Unter »Druckfarben« können Sie CMYK Grundfarben ein- und ausschalten. Sonderfarben können hier vor der Ausgabe in CMYK konvertiert werden. Die CMYK Werte werden aus dem »Alternate Colorspace« der Sonderfarbe abgeleitet. Rasterweiten- und Winklung haben keine Auswirkungen, da diese Informationen vom Ausgabegerät überschrieben werden.
  • Die Funktion »Rastern« ist mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Sie können nur die Rasterweite definieren. Selbst wenn der Eintrag »175 lpi/2400dpi« lautet. Dies bedeutet nur, dass die PPD eine Rasterweite von 175 lpi für möglich hält, wenn Sie vorher eine Auflösung von 2400 dpi eingerichtet haben. Die Druckerauflösung stellen Sie nur im Druckertreiber ein!

Der »Druckfarbenmanager« ist ein geniales Werkzeug in Adobe InDesign.

Beispiel

Sie platzieren ein EPS mit Sonderfarben und die Sonderfarbe heißt »Pantone 44 CK«. In InDesign verwenden Sie eine Sonderfarbe »Pantone 44C«. Beide Farben meinen das gleiche und doch werden Sie für beide Farben einen Auszug erhalten. Im Druckfarbenmanager können Sie jetzt der Farbe »Pantone 44CK« einen »Alias« zuordnen der »Pantone 44C« heißt. Somit wird nur eine Separation erfolgen.

Grafiken

»Daten senden« sollte immer auf der Option »Alle« eingestellt sein

Die Option »Daten senden/Alle« bedeutet, das alle Bilddaten in der im Layout verwendeten Größe in die PDF geschrieben werden. Bei skalierten Bilder kann dies etwas länger dauern, ist aber die einzige Option wenn wir die bestmögliche Bildqualität erzielen wollen.

Die wichtigste Option ist die Aktivierung »PPD Schriftarten herunterladen«. Ist diese Option nicht eingeschaltet, kontrolliert InDesign, ob die im Layout verwendete Schrift in der PPD existiert. Ist dies der Fall, wird die Layout Schrift nicht mehr zum Drucker übertragen. Da die Identifizierung nur über den Schriftnamen erfolgt, kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen. Hat z. B. die Layout Helvetica ein Eurozeichen und die PPD Helvetica keine, wird auch kein Eurozeichen gedruckt!

Farbmanagement

Unter »Druckerprofil« sollte auch bei der PostScript Erzeugung »Dokumenten CMYK« gewählt sein

Erzeugen Sie eine PostScript Datei für den Acrobat Distiller und wählen die »normale« Separationsart »Composite CMYK«, ist die einzig farbkonsistente Einstellung »Dokumenten CMYK«. Diese Einstellung setzt immer ein »synchronisiertes Color Management« über die Adobe Bridge voraus.

Erweitert

Unter »Vorgabe« wählen Sie die selbst erstellte Transparenzreduzierungsvorgabe

Unter der Option »Vorgabe« regeln Sie wie Transparenzen reduziert (verflacht) werden sollen. Die Option »Abweichende Einstellungen auf Druckbögen ignorieren« stellt sicher, dass die über die Seitenpalette getroffenen Einstellungen keine Auswirkungen mehr haben.

Einstellungen im Adobe Acrobat Distiller

Über den Adobe Acrobat Distiller kann sicherlich ein ganzes Buch geschrieben werden, um diesen Punkt für Punkt zu erklären. Ich möchte mich an dieser Stelle auf die wesentlichen Punkte beschränken.

Wenn Sie eine korrekte PDF nach PDF/x-1a (seit 2003 ist eine PDF/X-1a auch eine gültige PDF/X-3 Datei) über den Distiller erzeugen möchten, nutzen Sie bitte das Farbsetting »T.HE EFI_CF_PPS_ISOcoatedv2_300« und synchronisieren diese über die Adobe Bridge.

Für die Erzeugung der PostScript Datei aus Adobe InDesign verwenden Sie bitte die Druckvorgabe »T.HE-PostScript_Distiller«. Die Einstellungsdatei (Joboption) für den Distiller heißt »T.HE_PDFX1a_Distiller«.

Auf den folgenden Abbildungen erkläre ich die wichtigsten Einstellung in der Distiller Joboption Datei.

Allgemein

PDF Version 1.4 ohne eine Live-Transparenz (PostScript unterstützt keine Transparenzen)

Bilder

Diese Einstellung entspricht der eines PDF Exports aus Adobe InDesign

Schriften

Wenn das Einbetten fehlschlägt, muss die Erzeugung abgebrochen werden!

Farbe

Farben werden nicht geändert, Rastereinstellungen sind nach PDF/X untersagt

Erweitert

Für QuarkXPress Anwender bis Version 6.1 können auch »weiche« Verläufe erzeugt werden

Standards

Die Ausgabebedingung leiten wir aus dem Farbsetting »T.HE EFI_CF_PPS_ISOcoatedv2_300«

Extra

Der »ImageMemory« Wert einer Joboption wird in »Byte« angegeben. Dieser Wert besagt, das eine größere Bilddatei temporär auf Ihre Festplatte bei der PDF Erzeugung geschrieben wird.

Setze ich diesen Wert beispielsweise um ein hundertfaches höher (es werden zwei nullen hinzugefügt), kann eine Arbeitsstation mit viel RAM (Arbeitsspeicher) tatsächlich die größeren Bilddaten verarbeiten ohne diese »langsame« Auslagerung.

Dies gilt sowohl für eine Joboption für den Distiller, wie auch für den PDF Export (PDF Library).

Mit einem Texteditor (z. B. BBEdit) habe ich diesen Wert um zwei Nullen erhöht