So wirst Du zum PDF-Profi: Teil 4 – Preflight und Ausgabevorschau in Adobe Acrobat

Preflight und Ausgabevorschau: Zwei Werkzeuge die zum prüfen und kontrollieren von PDF Dateien unverzichtbar sind, ist zum einen die »Ausgabevorschau« und zum anderen der »Preflight«. Beide Werkzeuge werfen beim Anwender oftmals mehr Fragen auf, als das sie wirklich unterstützen. Lassen Sie uns »Licht« in die Vielzahl der Optionen dieser Werkzeuge bringen und uns den praktischen Einsatz genauer anschauen.

Die Ausgabevorschau von Adobe Acrobat

Die Ausgabevorschau ermöglicht eine genaue Kontrolle der Farbseparationen, Überdrucken Einstellungen, Darstellung des Gesamtfarbauftrags, Visualisierung von Farbräumen und Objekttypen. Zusätzlich verfügt dieses Werkzeug über einen »Objekt Inspektor« mit dem Informationen von selektierten Objekten abgelesen werden können. Spannend ist es, dass die Vorschau mir ein Schwarz mit unterschiedlicher »Flächendeckung« anzeigen kann.

An einem kalibrierten (Erfassung der Farbeigenschaften eines Gerätes) und profilierten (Beschreibung des Farbraums vom betreffenden Gerät mit einem erstellten und ausgemessenen ICC-Profil) Monitor, kann mit Hilfe der Ausgabevorschau ein »Softproof« erstellt werden. Die Ausgabevorschau ist also ein »Highend« Werkzeug, um eine PDF Datei farblich und Objekt spezifisch zu überprüfen.

Achtung:

Unter »Simulationsprofil« sehen wir bei einer PDF/X Datei die Ausgabebedingung (Output Intent). Steht das Wort »Ausgabebedingung« nicht unter Simulationsprofil, besitzt die geöffnete PDF auch keinen. Wie das Wort schon anzeigt, handelt es sich hier um eine »Simulation« in dem angezeigten Output Intent oder dem ICC-Profil.

Die Ausgabevorschau mit der Ausgabebedingung »PSO Coated v3« als Simulationsprofil

Weitere Funktionen der Adobe Acrobat Ausgabevorschau

Unter dem Punkt »Einblenden« können neben dem Anzeigen der Farbräume auch Objekttypen wie »SmoothShade« Text, Bild und Vektoren visualisiert werden.

Tipp:

Es gibt den Eintrag RGB, DeviceRGB und ICC-basiertes RGB (das gleiche auch für CMYK und Grau). Bei der Auswahl »RGB« werden alle RGB Farben angezeigt. Ist die Auswahl hingegen »DeviceRGB«, werden alle »geräteneutralen« Farben nicht angezeigt.

Unter »Einblenden« können neben Farbräumen auch Objekttypen und überdruckende Elemente angezeigt werden

Die Messung des Gesamtfarbauftrags ist ein sehr wichtiger Aspekt (auch für den Digitaldruck). Durch die Bewegung der Maus kann der Cursor über einzelne Elemente meiner PDF fahren und der Farbauftrag wird in der Ausgabevorschau angezeigt.

Achtung: Haben die ausgewählten Objekte ein ICC-Profil, sind die angezeigten Zahlenwerte eine »Ergebnis-Vorschau« zu den unter »Simulationsprofil« gewählten »Output Intent«.

Anzeige für den »Gesamtfarbauftrag« und den »Objektinspektor«

Der Preflight in Adobe Acrobat

Die Preflight-Technologie in Acrobat 9 stammt auch dieses Mal wieder von den PDF Spezialisten der Firma Callas.

Neben umfangreichen Prüfmöglichkeiten ist es möglich, Korrekturen auf PDF-Dateien anzuwenden, um Fehler zu beheben. Prüfungen und Korrekturen können in Profilen zusammengefasst werden, um so benutzerdefiniert ausgeführt zu werden.

Der Preflight von Acrobat besteht aus drei Rubriken. Unter Profile sehen Sie unterschiedliche Kategorien, die entsprechende Prüfprofile enthalten. Diese sind in der Standardinstallation von Acrobat enthalten. Unter Ergebnisse haben Sie einen schnellen Zugriff auf die Resultate einer Prüfung, und Standards erlaubt ein Speichern als PDF/X, PDF/A oder PDF/E. Neben diesen drei Kategorien können eigene »Bibliotheken« angelegt werden, um so einen schnellen Zugriff auf viel genutzte Profile, einzelne Prüfungen und Korrekturen zu gewährleisten.

Das »Acrobat Pro DC Starterkit« an Prüfprofilen, Prüfungen und Korrekturen

Tipp:

PDF/X-Ready bietet für Anwender kostenlos PDF/X-1a, X-3 und X-4 Acrobat Preflight Profile zum Download an (https://pdfx-ready.ch/index.php?show=534).

Die von Adobe mitgelieferten Prüfprofile können über den Editor unter »Optionen/Profil erstellen« dupliziert werden, um ein eigenes »praxisrelevantes« Profil zu erstellen.

Zwei Praxisbeispiele für den Einsatz von der Ausgabevorschau und dem Acrobat Preflight

CMYK Grundfarben in DeviceN

Die Grundfarben CMYK liegen zum Teil im DeviceN Farbraum vor. Daneben liegende CMYK Farben werden in DeviceCMYK dargestellt.

Geben wir eine solche Datei auf unser Digitaldruck-System, kann es zu Farbunterschieden kommen. Dies resultiert zum einen aus falsch gewählten Überdrucken Einstellungen in der »Fiery« und zum anderen aus einem eingesetzten Color Management, welches nicht mit einem aus CMYK bestehenden DeviceN Farbraum umgehen kann.

CMYK Grundfarben in DeviceN und DeviceCMYK innerhalb einer PDF

Der DeviceN Farbraum in der Ausgabevorschau

Auch im »PDF/X-Ready Preflight« für den Digitaldruck werden wir darauf aufmerksam gemacht, das es sich um CMYK in DeviceN Farbraum handelt. Wissen Sie noch was »DeviceN« bedeutet? Falls nicht schauen Sie bitte im Abschnitt »3.0 Begrifflichkeiten über die wir immer wieder stolpern« nach.

Unter der Warnung »Schmuckfarbe verwendet (2.5)« können wir das Problem erkennen.

Schwarz/Weiß oder doch nicht?

In der Ausgabevorschau kann ich die unterschiedlichen Farbräume prüfen

In der Ausgabevorschau und/oder im Preflight kann geprüft werden, ob die »Schwarz/Weiß Anmutung« des Monitors mit der tatsächlichen Druckausgabe übereinstimmen wird.

Wichtig Ein »Farbklick« kostet meist mehr als ein tatsächlicher »Schwarz/Weiß« Klick.